Naturfotografie und Dichtung in Torgau

Es wird zwar vermehrt davon schwadroniert, dass in der Bevölkerung ein immer größeres Umweltbewusstsein zu vermerken ist, doch wenn ich entlang der Elbe rad-wandere, erkenne ich oftmals keinerlei Bewusstsein: überall Kippenstummel, Überreste von Angelausflügen, Grillrückstände, Papiertaschentücher, OP- und FFFP2-Masken, Bierflaschen, Hingerotztes und Hingekacktes, Gartenmüll, Bauschutt, Monokulturen, riesige Vieherden, Mopeds, Quads, SUVs etc. Das Bekenntnis zum Umweltschutz hält nur so lange, bis eine Unterhaltung zu Ende ist und man sich brav auf der richtigen Seite stehend präsentierte, um anschließend praktisch all dem Gesagten zu widersprechen: Ja, ich bin für Umweltschutz, aber jetzt fahre ich im SUV mit meinen Kippen und meinem Köter 1,5 km bis zu Elbe und genieße im blauen Zigarettenqualm die Natur.

Oftmals frage ich mich, was ich als Naturfotograf und Lyriker überhaupt noch beitragen kann, um mich künstlerisch dieser Idiotie entgegenzustellen. Die Antwort ist einfach: erstens weitermachen, zweitens wenigstens ein wenig mehr achtzugeben als andere. In meinen Texten und Fotos zeige und reflektiere ich den Irrsinn dieser Welt – Inspiration gibt es genug, nur wenige Schritte bis zur Elbe sind nötig. Aber ich gebe auch die Schönheit wieder, die reine Ästhetik von Flora und Fauna, von Landschaften, von Lichtstimmungen, von Gedanken und Gefühlen, die mich bei der Betrachtung all dessen erreichen oder in mir entstehen. Vielleicht gelingt es mir, durch barsche Texte hin und wieder jemanden so sehr zu reizen, dass er aus seinen üblichen Gedankenmustern ausbrechen kann, vielleicht gelingt es mir, durch das Zeigen von reiner Schönheit die Frage entstehen zu lassen: Was kann ich tun, damit all das erhalten bleibt? Vielleicht gelingt es mir, vielleicht gelang es mir bereits.

In Torgau zeige ich inzwischen zwei Fotoausstellungen. Im neuen Torgauer Bahnhof kann eine Kombination aus Fotografien und lyrischen Werken angeschaut werden. Stefanie Robrecht und ich schufen ein Wechselspiel aus Bild und Text unter dem Titel „Facetten der Elbe“. Mit unseren Werken zeigen wir die Schönheit, aber auch Bedenkliches rund um die Elbe. Die Ausstellung kann zu den üblichen Öffnungszeiten des Bahnhofes besichtigt werden. Zudem präsentiere ich in der NABU-Station „Biberhof Torgau“ eine Auswahl von Vogelfotografien, die in den letzten zwei Jahren in und rund um Torgau entstanden sind. Der Titel der Ausstellung ist „So weit die Flügel tragen“. Ich möchte mit der Fotoauswahl inspirieren, sich selbst auf die Suche nach den gefiederten Schönheiten zu begeben und dadurch eine erste Idee vermitteln, wieso es so wichtig ist, achtsam mit unserer Umwelt umzugehen.

 

Ich danke herzlich Stefanie Robrecht für die Zusammenarbeit, dem Torgauer Kunst- und Kulturverein „Johann Kentmann“ e. V. dafür, „Facetten der Elbe“ nun zum vierten Mal in Torgau zeigen zu dürfen, sowie dem NABU im Biberhof Torgau, der es mir ermöglichte, meine erste Wildtierausstellung der Öffentlichkeit vorzustellen.

Fotos von "Facetten der Elbe" und "So weit die Flügel tragen"

Literatur für Torgau!

Logo von Stefanie Robrecht: Druckerei Belgern!

 

Sprache bestimmt, wie wir die Welt sehen und begreifen, Sprache bestimmt, wie wir mit anderen kommunizieren, Sprache bestimmt, wer und was wir sind.

 

In einer schnelllebigen Welt möchten wir von Sprachgewand(t) wieder einen Raum bieten, um sich intensiv mit der Literatur zu befassen. Wir fördern durch abwechslungsreiche Schreibübungen den Schreibspaß und die Kreativität. Gemeinsam sprechen wir über unsere eigenen literarischen Texte und geben stets begründet an, was an einem Text noch verbessert werden kann oder was bereits sehr gut an ihm ist. Schließlich wollen Texte irgendwann auch vorgetragen werden. Dementsprechend üben wir auch gemeinsam ein, wie ein jeweiliger Text vorgelesen werden kann.

 

Wir heißen alle bei uns willkommen, die daran interessiert sind, ihre literarischen Kenntnisse und Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Welche literarischen Interessen du auch immer hast, schaue gerne bei uns vorbei.

 

Sprachgewand(t) gründete sich im Juni 2020 und umfasst bunt gemischt sowohl hobbymäßige als auch professionelle Autorinnen und Autoren unterschiedlichen Alters, die sich gemeinsam der literarischen Entwicklung verschrieben haben. Die Literaturgruppe wird von René Kanzler geleitet.

 

Workshops und gemeinsame Lesungen veranstalten wir, um der Stadt sowie der Region Torgau zu zeigen, was Literatur leisten kann.

 

 

Wenn du neugierig geworden bist und an unseren Treffen teilnehmen möchtest oder du mit uns in Form von Lesungen oder Workshops zusammenarbeiten möchtest, nimm gerne jederzeit mit uns Kontakt auf: info@kleine-galerie-torgau.de Wir treffen uns jeden letzten Donnerstag im Monat in der Kleinen Galerie Torgau, Pfarrstraße 3.

 

Ob Trauerzeit, ob Liebesglück,

ob Zukunfts- oder Augenblick,

ob Weltenschmerz, ob Blödelwitz,

ob großer Plan, ob Geistesblitz,

ob Prosa, Drama, ob Gedicht,

egal, was immer dir entspricht,

nimm einen Stift in deine Hand

 

und werde Teil von Sprachgewand(t)!

Aufsätze zur Lyrik und Kunst auf KUNO

 

Viele meiner Aufsätze zum Grundhandwerk des lyrischen Schreibens und zu einigen Gedanken über Kunst und Lyrik an sich, können nun auch im Blog der Kulturnotizen (KUNO) gelesen werden:

 

Was ein Dichter von einem Maler lernen kann

 

Eine blitzschnelle Einführung in die Metrik

 

Ein kurzer Blick auf die heutige Lyrik

 

Über neue Formen der Lyrik

 

Über Leistungen eines Kunstwerks 

 

Darüber hinaus gibt es auf KUNO noch etliche lesenswerte Essays, Interviews und Dialoge rund um das Schreiben, Veröffentlichen und andere Themen. Auch können viele Texte verschiedener Künstler gelesen werden. Es lohnt sich also immer wieder ein Blick auf KUNO zu werfen!